Vorschau

Werterauschen
05.09.2021 – 19.11.2021

Armin Chodzinski, Sven Kalden, Michaela Schweiger, Binelde Hyrcan, Johanna Kandl, Thomas Ravens, Ingeborg Lockemann, Anna Jermolaewa, Stefan Panhans, Gunter Reski, Heidrun Holzfeind, Roswitha von den Driesch und Jens-Uwe Dyffort, Timm Ulrichs, Simon Mullan u. a.

Das Ausstellungsprojekt kreist um den Begriff des Wertes als ökonomische, soziale und technologische Konstruktion: Was hat für uns Wert und wie können Werte entstehen?
Lassen sich Strategien ökonomischen Handelns aufgreifen und Modelle von Gegenökonomien und Wertschöpfung entwickeln? Wie wirken unvorhersehbare Ereignisse auf Werteschemata?

In der Ausstellung sollen Projekte gezeigt werden, die sich mit gegenwärtigen ökonomischen Wertesystemen auseinandersetzen und die Entscheidungsmöglichkeiten des Menschen innerhalb dieser Systeme ausloten wollen.

 

Gustavo
28.11.2021 – Februar 2022 (im Obergeschoss)

Zum Ende des Jahres zeigt das Schloss Biesdorf eine Retrospektive des wichtigen zeitgenössischen spanischen Künstlers Gustavo. Charakteristisches Merkmal seiner Malerei sind die farbenprächtigen skurrilen Gestalten, die er in absurden und komischen Situationen auf die Leinwand bannt.

 

Träume aus Papier – Eine Fotoarbeit von Sophie Kirchner
28.11.2021 – Februar 2022 (im Erdgeschoss)

30 Jahre nach der Wende hat die Fotografin Sophie Kirchner, geboren 1984 in Ost-Berlin, Ostdeutsche gebeten, ihr zu zeigen, was sie sich von ihrem Begrüßungsgeld gekauft haben. Sie hat sie zuhause besucht und gebeten sich zu erinnern, welche Gedanken sie dabei hatten, damals. Vor allem, sagt sie, ist das für sie ein ganz persönlicher Versuch gewesen, mit Zeitzeugen jener transformativen Jahre ins Gespräch zu kommen.

Denn gerade für uns Wendekinder – auch ich bin 1984 in Ostdeutschland geboren – kollidieren im Reden über die Wende zwei Narrative: die eloquente Erzählung über die gelungene Wiedervereinigung und den Glücksfall der Friedlichen Revolution, die wir aus den Medien und Geschichtsbüchern kennen, auf der einen Seite. Und die wortkargen Klagen über einen “Anschluss” oder die “Aneignung” eines verschwundenen, vage vermissten Staates, den wir aus den seltenen Kommentaren unserer Eltern kennen.

Es kollidieren aber auch zwei Gefühle: nämlich einmal das Gefühl einer Entwurzelung, eines Andersseins. Und andererseits das Gefühl, Glück gehabt zu haben: das Glück der Freiheit – ein Privileg, für das wir besonders sensibel sind, weil wir wissen, dass es nichts selbstverständlich ist.

Sophie Kirchners Fotoserie “Träume aus Papier” ist deshalb nicht einfach ein Inventar der Sehnsüchte und Nöte der Ostdeutschen. Es ist eine dialogische Arbeit, die es schafft, den Akt des Erinnerns selbst sichtbar, wenn man will, lesbar zu machen. Auf der einen Seite inszeniert sie die Gegenstände. Auf der anderen portraitiert sie ihre Besitzer genau in dem Moment, in dem die Erinnerung an die Wendezeit durch das lange Gespräch mit der Fotografin in besonderem Maße präsent ist.

Auszug aus "Als die D-Mark vom Himmel fiel" von Christian Gesellmann