Aktuelle Ausstellungen

Habitate

 

Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung

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Ausstellung vom 13.03.2022 bis 06.06.2022
Soft Opening am 13.03.2022, 14:00 bis 21:00 Uhr

Ausstellung mit Arbeiten von: Costantino Ciervo, Lioba von den Driesch, Stefan Fahrnländer, Helga Franz, Susanne Hegmann, Andreas Greiner, Christina Paetsch, Gert Pötzschig, Christine Schulz, Thomas Wrede

Klimaveränderung, das Verschwinden von Tier- und Pflanzenarten, der Verlust von Lebensräumen und Ressourcen sind zentrale Themen unserer Gegenwart. Komplexe wissenschaftliche Untersuchungen zu Ursachen und Folgen dieser Entwicklungen ergründen mögliche Handlungsfelder um diese Prozesse zu verlangsamen. Initiativen und Aktionsprogramme wachsen zu globalen Netzwerken mit dem Ziel eine für alle lebenswerte Zukunft zu schaffen. Dem analytischen Blick der Wissenschaft und den politischen Aktionen und Programmen stellt die Ausstellung „Habitate“ jetzt zehn künstlerische Positionen gegenüber, der ursprüngliche Habitatsbegriff wird im Kontext des individuellen künstlerischen Arbeitens erweitert. In Installationen, Videoarbeiten, Fotografien, Objekten und Zeichnungen verorten Künstlerinnen und Künstler politische und ökonomische Verflechtungen im komplexen Verhältnis zwischen Mensch und Natur mit Themen wie Verlust, Bedrohung und Verdrängung aber auch Erhalt, Schutz und Schönheit fragiler Lebensräume, teils fragmentarisch, teils mit ausgeprägter Intention. Ein großer Teil der gezeigten Werke wurde für die Ausstellung im Schloss Biesdorf neu entwickelt.

 
Lioba von den Driesch zeigt in der Ausstellung die Videoarbeit „ene mene mu“ – Animationen, die das Verschwinden von Arten im Hinblick auf persönliche Kindheitserinnerungen in Szene setzen. Mit Wasser auf eine Schiefertafel gezeichnete Lebewesen verschwinden unwiederbringlich durch das Aufheizen des Steins. (EG)

Andreas Greiner arbeitet mit zeitbasierten Skulpturen unter Einbeziehung dynamischer und unkontrollierbarer Variablen. Zu seiner Praxis gehört es, sich mit möglichen Erweiterungen von klassischen Parametern in der Bildhauerei auseinanderzusetzen. Inhaltlich konzentriert er sich auf den Einfluss anthropogener Eingriffe in die Form und Evolution von „Natur“. In der im Schloss Biesdorf gezeigten Videoarbeit wird mithilfe eines Deep-Learning-Algorithmus, der mit Tausenden Bildaufnahmen von Wäldern gespeist wurde, ein digitaler Wald neu entstehen. Die künstliche Intelligenz erweitert den menschlichen Blick und ermöglicht über ihre spezifische Ästhetik ein neues Reflektieren über das Verhältnis von Mensch, Natur und Technik, jetzt und in Zukunft. (EG)

Stefan Fahrnländer, der Tradition des europäischen Tafelbildes folgend, arbeitet mit sehr heutigen Techniken, die einem Diskurs verpflichtet sind, in dem die Kategorie des „Malerischen“ nicht mehr an die überkommenen Modi der Malerei zurückgebunden wird. Erinnerungsbruchstücke des ersten Maschinen­zeitalters, gezeichnet mit vielfältigen heutigen Möglichkeiten des digitalen Zeitalters, lassen in „Heimsuchung“ und Positionsmarken des Uferlosen eintauchen in sinnlich wahrnehmbare Formen, in denen die Idee zum Prinzip Heimat und anderen wichtigen aktuellen Fragestellungen aufscheint. (EG und OG)

Christina Paetsch beschäftigt sich mit Wahrnehmungsprozessen im Spannungsfeld von Ekel und Schönheit, von Natur und Künstlichkeit. Ihre Werke arbeiten mit dem Prinzip der Collage in den Aktionsfeldern Fotografie, Video und Installation. Die aktuellen Arbeiten im Schloss Biesdorf beschäftigen sich mit Gefangenschaften in fiktiven Lebensräumen. Eine Installation aus großformatigen Fotos gepaart mit einem Duschvorhang hinter dem einem Gugelhupf seine letzte Stunde schlägt. Kaninchen in Käfighaltung, sowie verzweifelte Marshmallows hinter Gittern. (EG und OG)

Seit 2018 arbeitet der Fotograf Thomas Wrede an verschiedenen Werkreihen über das Abschmelzen der alpinen Gletscher. Hierbei interessieren ihn besonders die mit Vliesabdeckungen verhüllten Gletscher. Die großformatigen Fotografien im Oktogon des Schlosses Biesdorf sind an dem in der Schweiz gelegenen Rhone Gletscher mit seiner Gletscherhöhle (2.300 Hm) entstanden und zeigen spannungsreiche Detailansichten vom Inneren und vom Äußeren des Gletschers. (OG)

Helga Franz wendet in ihren neuen Arbeiten den Begriff des Habitats auf ökonomisch initiierte Verflechtungen und zugleich mentale Verortungen an. Ihre Objekte und Installationen fragen nach der Endlichkeit natürlicher Ressourcen. Die Künstlerin zeigt drei installativ verbundene Arbeiten. Mehr als 100 Kilo schwer lagern die an einen geologischen Bohrkern erinnernden massiven Zylinder aus Bienenwachsen horizontal auf gebogenem Panzerglas in der Arbeit „Cera flava trichromatisch“. Die kinetischen Installationen „Honigtaucher bigelb“ und „Leguminosenschreiber schwarz“ arbeiten mit den seit Jahrtausenden durch die Menschheit genutzten Nahrungsquellen Linsen und Honig. (OG)

Costantino Ciervo zeigt die Wandarbeit „Mare Nostrum“ und die mehrteilige Installation mit alten Nähmaschinen „Sew in the Sea“. In beiden Arbeiten geht es um das Sterben Geflüchteter im Mittelmeer. In animierten Videos werden ein poetischer Text von Marco Mantello sowie recherchierte Daten von Schiffsunglücken in signalroter Farbe in die Meeresoberfläche „gestickt“. (OG)
 
Susanne Hegmann betreibt Spurensuche im Habitat ihres eigenen Lebens: Neben der Anreicherung von Bildern und Gegenständen mit persönlicher Geschichte präsentiert sie in ihrem Raum auch eine assoziative Auseinandersetzung mit Natur, Kunst und Künstlichkeit, Natur und ihrem Abbild – sowohl dem direkten, photographischen, vermeintlich objektiven, in Gestalt einer wandfüllenden Fotoleinwand, als auch dem daraus abgeleiteten subjektiven in Form einer Zeichnung. Da die Spuren sich allesamt in Oberflächen einschreiben, ist der ganze Raum außerdem eine Versuchsanordnung über den Bildcharakter von Oberflächen (und seiner Genese) – mit einer lässig hingeworfenen Gedanken-Skizze zur Zähmung von Kunst und Natur in dieser Galerie. (OG)
 
Christine Schulz greift in ihren ortsspezifischen Installationen aus unterschiedlichen Materialien wie Metall, Plexiglas und Leuchtkästen, aktuelle Fragestellungen zu unserer Kultur auf. Dazu verwendet sie neben den raumgreifenden Konstruktionen selbstgefilmte Aufnahmen und gefundene Bilder aus dem Internet und aus Spielfilmen. In ihrer aktuellen Installation stehen Bilder und Filme von Primaten im Fokus. (OG)

Im Rahmen der Ausstellung ist auch ein Bild von Gert Pötzschig zu sehen (Leihgabe aus dem Museum Utopie und Alltag, Alltagskultur und Kunst aus der DDR, Beeskow/Eisenhütten­stadt). Das malerische Werk Gert Pötzschigs ist von Landschafts- und Stadtansichten geprägt. Das Ölbild „Tagebaulandschaft 1“ entstand 1986 in der ehemaligen DDR und zeigt die aufgerissene Erde eines Tagebaues in verschwommenem, fast romantischem Licht. (OG)


Die Ausstellung wird gefördert aus Mitteln des Ausstellungsfonds Kommunale Galerien und des Fonds für Ausstellungsvergütung der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

Eine Veranstaltung des Fachbereichs Kultur Marzahn-Hellersdorf.
Mehr Informationen zur Kultur in Marzahn-Hellersdorf finden Sie im Internet unter
www.kultur-marzahn-hellersdorf.de

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GUSTAVO – Siebdrucke

Ausstellung im Erdgeschoss

Im Erdgeschoss zeigt das Schloss Biesdorf Siebdrucke des Künstlers GUSTAVO. Es sind limitierte und nummerierte Drucke von verschiedenen Gemälden, die er gegenwärtig von verschiedenen seiner Gemälde anfertigt.

Diese sind wie seine großformatigen Gemälde belebt mit den charakteristischen, farbenprächtigen und skurrilen Gestalten, die GUSTAVO in absurden und komischen Situationen aufs Papier bannt. Die poetisch-absurden Titel der einzelnen Werke sind eine humorvolle und lebensfrohe Brücke in die magischen Bildwelten GUSTAVOS.