Aktuelle Ausstellungen

V E R G O L D E T | D O R É – von neuen Allianzen und Verschmelzungen

13.06.2022 bis 21.08.2022 (im Obergeschoss)
Vernissage am 12.06.2022, 18:00-21:00 Uhr

Die Ausstellung VERGOLDET | DORÉ vereint Werke der zeitgenössischen Kunst, die sich mit dem Werk- und Farbstoff Gold auseinandersetzen und untersucht die damit verknüpften Vorstellungen von Wert und Symbolkraft. Ist die wiederkehrende Hinwendung zu einem traditionsaufgeladenen Material in der zeitgenössischen Kunst der Versuch, das Edelmetall vom historischen Erbe, von Prunk und Pathos zu befreien? Wird damit die Aussage „es ist nicht alles Gold, was glänzt“ überprüft, indem der stets begehrte und glänzende Werkstoff in andere Zusammenhänge übertragen oder verschoben wird? Mit VERGOLDET | DORÉ werden künstlerische Reaktionen zusammengetragen, die mit dem Werk-, aber auch Farbstoff in Verbindung gebracht werden. Dabei geht es weniger um Materialfetischismus oder Techniken, sondern vielmehr darum, mit künstlerischen Äußerungen und Interpretationen ganz unterschiedliche Assoziationsräume zu aktivieren und kritisches Denken anzustoßen. Die Arbeiten dieser Ausstellung reflektieren mit echtem und künstlichem Gold über alte und neue Allianzen und gesellschaftliche Transformationsprozesse zwischen Kommunikation und Identifikation. Es verschieben sich die klischeehaften Zitate und Bedeutungsebenen von Gold(en), ohne jedoch Geschichte zu überschreiben. Vor allem die Ewigkeit und Haltbarkeit von Gold wird infrage gestellt. Kritisch hinterfragt werden auch die Kapitalanlagen: Ist zum Beispiel vergoldete Kunst heute noch wertvoller und sind die glänzenden Pokale und Trophäen aus vergoldetem Metall bei gewachsenem Leistungsdruck ethisch noch haltbar? Ist alles nur noch veredelte Illusion? Oder zeichnet sich in der Debatte und Entwicklung um den Materialismus, zwischen Protz und Luxus, doch noch ein individueller Wertewandel in einer verstärkt von Kapital und Besitz geprägten Gesellschaft ab?

Arbeiten von: Olivia Berckemeyer, Antje Blumenstein, Ruth Campau, Luka Fineisen, Niklas Goldbach, Eckart Hahn, David Krippendorff, Claudia Kugler, Alicja Kwade, Andréas Lang, Via Lewandowsky, Michael Müller, Sebastian Neeb, Andrea Pichl, Johanna Reich, Stéphanie Saadé, Michael Sailstorfer, Karin Sander, Henrik Strömberg, Philip Topolovac, Panos Tsagaris, Frauke Wilken, Andrea Winkler, Clemens Wolf, He Xiangyu.

Zusammengestellt von Harald F. Theiss | Kurator.

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Toni Mau (1917-1981) – Grafik aus dem Museum Utopie und Alltag

13.06.2022 bis 21.08.2022  (im Erdgeschoss)
Vernissage am 12.06.2022, 18:00-21:00 Uhr

Die Grafik von Toni Mau ist eine Entdeckung. Ihre Siebdrucke aus den 1970er Jahren überraschen und beeindrucken durch poetische Phantasie, Humor, eine sichtbare Freude am Experimentieren und hohe drucktechnische Qualität. Die Berlinerin Toni war Malerin, Grafikerin und Bildhauerin. Ihre druckgrafischen Werke aus dem Bestand des Beeskower Kunstarchivs werden in der Ausstellung erstmals umfassend präsentiert.  In Ost-Berlin schuf die Künstlerin mehrere baugebundene Werke, aber die schöpferische Kraft und Experimentierfreudigkeit ihrer freien Arbeiten erfuhr in der DDR wenig öffentliche Anerkennung. In der Ausstellung werden auch baugebundene Arbeiten von Toni Mau in aktuellen Fotografien von Martin Maleschka gezeigt.

Das Museum Utopie und Alltag vereint das Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR in Eisenhüttenstadt und das Kunstarchiv Beeskow Einrichtungen getragen vom Landkreis Oder-Spree und gefördert vom Land Brandenburg.

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