Demnächst

Ausstellungen 2019 (Übersicht)

 

 

Hybrid Sculptors – der (un)sichtbare Garten

Virtuelle Realität, Musik und Performance
mit Keez Duyves (NL) und Thomas Bratzke (D)

Rauminstallation am 01. und 02. Juni 2019, 12:00-20:00 Uhr, Heino-Schmieden-Saal

Die Künstler Keez Duyves (NL) und Thomas Bratzke der Gruppe Hybrid Sculptors erschaffen im Schloss Biesdorf einen virtuellen Blütengarten mit Hilfe der Technik der „Erweiterten Realität“ (engl. Augmented Reality (AR)). Reale Pflanzen und Gegenstände aus der Welt des Gärtners erhalten eine zusätzliche räumliche Ebene, die über Projektionen sichtbar werden. Dieser Prozess wird musikalisch begleitet. Die Besucher aller Altersstufen sind eingeladen, das Werden dieser virtuellen Installation zu begleiten.

Der Potator ist eine Erfindung des Künstlers Keez Duyves des Kollektivs PIPS:lab (NL). Dieses auf einem Motion Capturing System und Augmented Reality (AR) basierende, vielfältig einsetzbare Werkzeug wird im Rahmen des Projekts HALFHALF, welches in Zusammenarbeit mit dem Künstler Thomas Bratzke aka ZASD entwickelt wurde, dazu verwendet, um Leinwände durch virtuelle, dreidimensionale Farbe in den Raum zu erweitern: Real gemalte Bilder setzen sich virtuell von der Fläche in den Raum fort. The Potator vereint Malerei, Skulptur und Bewegung und lädt seine Nutzer ein, die Realität zu gestalten ...

 

KLASSE DAMEN!

100 Jahre Öffnung der Berliner Kunstakademie für Frauen
Ausstellung vom 17.06.2019 bis 13.10.2019
Vernissage: 16.06.2019, 18:00-22:00 Uhr

mit Birgit Bellmann (Druckgrafik), Alke Brinkmann (Malerei), Ines Doleschal (Collage), Else (Twin) Gabriel (Fotografie, Performance), Ellen Kobe (Performance, Installation), Coco Kühn (Installation), Petra Lottje (Video, Zeichnung), Seraphina Lanz (Wandarbeit, Objekt), Cornelia Renz (Zeichnung), Karin Rosenberg (Objekt), Fiene Scharp (Cut-out), Elisabeth Sonneck (Installation), Ute Weiss Leder (Installation), Gaby Taplick (Installation)

sowie Charlotte Berend-Corinth (Malerei, Druckgrafik), Hannah Höch (Collagen), Marg Moll (Plastik), Lotte Laserstein (Zeichnung), Doramaria Purschian (Zeichnung, Malerei), Emy Roeder (Plastik), Erna Schmidt-Caroll (Zeichnungen, Malerei), Maria Slavona (Malerei), Gertrud Spitta (Malerei), Milly Steger (Plastik), Elisabeth Voigt (Druckgrafik) und Julie Wolfthorn (Malerei).

Ab März 1919 durften Frauen an der Königlichen Kunstakademie in Berlin studieren. Bis dahin waren sie auf Privatlehrer, überteuerte „Damenklassen“ oder Kunstgewerbeschulen angewiesen. Heute kennt man nur wenige der Künstlerinnen, die sich im 19. Jahrhundert bis zum 1. Weltkrieg im patriarchalischen Kunstbetrieb behaupteten und bisweilen eine anerkannte und existenzsichernde Position erkämpfen konnten. Ihre Werke liegen heute noch weitgehend unerforscht in Archiven und Depots. Einige wenige wie Jeanne Mammen, Lotte Laserstein und Renée Sintenis erfahren jüngst späte, noch zaghafte Wertschätzung.

In einer Ausstellung im Schloss Biesdorf wollen wir den zum Teil noch unbekannten Werken von Bildhauerinnen und Malerinnen der ersten Generation wie Julie Wolfthorn, Marg Moll, Milly Steger oder Erna Schmidt-Caroll Positionen zeitgenössischer Künstlerinnen aus Berlin gegenüber stellen. In Porträts und Landschaftsbildern, Stillleben und Kinderbildnissen zeigen die Künstlerinnen der Klassischen Moderne nicht nur ihr Talent, sondern auch ihr Befangensein in einer Motivwelt, die ihnen von ihren männlichen Kollegen diktiert wurde. Wenn Hannah Höch und andere hier bewusst mit der ikonografischen Tradition brechen und inhaltlich an gesellschaftliche Tabus rühren, dann stellt das ihren großen  Mut und ihr Selbstbewusstsein unter Beweis. Tabus zu brechen ist auch ein Anliegen der zeitgenössischen Künstlerinnen. Sie erarbeiten orts- und ausstellungsbezogen Werke, die den heutigen Kunstbetrieb – seine Ausstellungspraxis und Förderstrukturen, sein Wertesystem und Geschlechterfragen – kritisch reflektieren. Über Rauminstallationen, Film und Video, Cut-outs, Collagen, Malerei und Performance eröffnen die Berliner Künstlerinnen einen visuellen Dialog mit den Künstlerinnen von damals und schaffen einen Denkraum für Fragen, die damals wie heute virulent sind.

In Verbindung mit einem Vermittlungskonzept und Begleitprogramm aus Vorträgen, Filmen, Lesungen und einem Diskussionsforum im Vortragssaal des Schlosses verstehen wir die Ausstellung KLASSE DAMEN! als Beitrag zu einem gesellschaftspolitischen Diskurs und als Anstoß für eine öffentlichkeitswirksame Reflexion. Als Künstlerinnen und Kuratorinnen, als Frauen, für die der Spagat zwischen Familie und künstlerischer Arbeit tägliche Herausforderung ist, haben wir ein großes Interesse daran, die weitgehend unbekannte Geschichte der Zulassung von Frauen an den Kunstakademien öffentlich(er) zu machen. Mit ihr thematisieren und erörtern wir alle Implikationen, die sich für die Frauen damals ergaben und bis heute ergeben – von familiären Brüchen, Kinderlosigkeit und Armut über Diffamierung, Vorurteilen und Ächtung bis zu den „modernen“ Problematiken wie einer strukturellen Diskriminierung im Kunstbetrieb mit seinem immer noch grassierenden gender pay und gender show gap.

In Zusammenarbeit mit dem Kunstarchiv Beeskow.

Kuration: Ellen Kobe und Ines Doleschal in Zusammenarbeit mit Karin Scheel
Begleitprogramm: Vorträge, Podiumsdiskussion, musikalisch-literarische Matinee, Filmprogramm etc.
Kunstvermittlung: Labor M in Zusammenarbeit mit Birgit Bellmann
Leihgeber: Bröhan-Museum, Georg Kolbe Museum, Stadtmuseum, Bezirksamt Reinickendorf zu Berlin, Galerie Die Möwe Berlin, Berlinische Galerie, Akademie der Künste, Das Verborgene Museum, sowie Privatsammler*innen

 

Aktuell

COLLECT, SELECT, SAY GOOD-BYE

sammeln, auswählen, loslassen

Arbeiten von Kathrin Sohn, Burchard Vossmann, Ila Wingen, Sophie Tiller, Almud Moog, Doris Hinzen-Röhrig und Susanne Piotter

Ausstellung vom 08.04.2019 – 07.06.2019
Vernissage am 07.04.2019, 18:00 Uhr

Ererbt, gekauft, erschaffen oder auch leidenschaftlich gesammelt, ein Durchschnittshaushalt besitzt im Laufe seines Lebens angeblich 10.000 Gegenstände. Eine erstaunliche Zahl, die gleichwohl deutlich macht: Wir sammeln Dinge an, wir wählen sie aus – und lassen sie los, früher oder später. Eine klassische Sammlung skurriler Objekte, ein ererbter Künstlernachlass, Bilderfluten in sozialen Medien, das ständige Anwachsen des eigenen künstlerische Werkes, aber auch sogenannte  Staubfänger und globale Müllansammlungen sind inhaltliche Ansätze der jeweiligen künstlerischen Arbeiten der Ausstellung im Obergeschoss des Schloss Biesdorf. Dinge zu  bewahren, zu transformieren, zu verschenken oder zu entsorgen verlangt individuelle Entscheidungen. Was macht Dinge für Menschen wertvoll oder wertlos? Diesen Fragen gehen die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung in Installationen, Objekten, Fotografien und Zeichnungen nach. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Dialogische Führungen durch die Ausstellung mit Fenia Franz (Labor M)
samstags, 04.05. / 11.05. / 18.05. / 25.05.2019 jeweils 14:00–15:00 Uhr

+++ Die Führung am 11.05.2019 entfällt! +++

weitere Informationen zum Begleitprogramm: Labor M – Kunstvermittlung

 

MaHe inside

Fotografien von Gerhard Westrich

Ausstellung vom 08.04.2019 – 07.06.2019
Vernissage am 07.04.2019, 18:00 Uhr

Der Fotograf Gerhard Westrich porträtierte in den vergangenen Monaten zahlreiche Menschen im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Er suchte nicht den repräsentativen gesellschaftlichen Querschnitt, sondern die persönlichen Geschichten und Stimmungen.

Ergänzt durch kurze Statements der Porträtierten, zeigt die Ausstellung „MAHE inside“  im Erdgeschoss des Schlosses eine Auswahl der entstandenen Fotografien. Zur Ausstellung erscheint eine Publikation, finanziert durch die Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst.

 

 

 

 

Präsentation des Kunstarchivs Beeskow

Grafik zu Liedern der Französischen Revolution

Ein Mappenwerk aus dem Bestand des Kunstarchiv Beeskow

Ausstellung vom 25.03. – 03.06.2019

1988 gibt der Verband der Bildenden Künstler der DDR eine Grafikmappe in Auftrag, die zum 200. Jahrestag der Französischen Revolution erschein soll. Warum, so könnte man fragen, wird eben jenes historische Ereignis gewählt, welches so ambivalent ist und eine komplexe Deutungsgeschichte mit sich führt. Die Herausgeber der Grafikmappe hatten einen spezifischen Aspekt im Blick: So betont der Kunstwissenschaftler Peter Pachnicke im beiliegenden Text die „sinnliche Überzeugungskraft“ der Menschen, die auf den Straßen von Paris um Anerkennung rangen. Dieses dort beschworene Pathos ist in den Grafiken der 16 Künstler, die je ein Blatt beitrugen, allerdings nicht zu sehen.

1989 erscheint „Grafik zu Liedern der Französischen Revolution“  mit der Beilage einer Schallplatte mit insgesamt 21 von Dieter Süverkrüp gesungen Liedern, deren Texte aus der Zeit der Französischen Revolution stammen. Und auch wenn sich die Grafiken mit ihren Titeln auf jene Kampf- wie Liebeslieder beziehen, so spiegeln diese selten die Atmosphäre der Bilder. Hier begehrt kein Volk auf. In düsteren Visionen zeigen die Künstler in Lithografien, Radierungen, Aquatinta und einem Siebdruck, zweifelnde Figuren, Massen, die erneut von einem König unterdrückt werden und die Fratzen von zweifelhaften „Erben“, die bedrohlich nach vorn schreiten. Schwarz bestimmt viele der Kompositionen, seien es feine, zerbrechliche Arrangements oder mit dickem Strich geformte Figuren. Selbst die farbigen Blätter in diesem Kompendium sind ergriffen von dieser Drastik. Jener spannungsreiche Kontrast zwischen der Interpretation der Auftraggeber und den Interpretationen sowie Umsetzungen der Künstler, öffnet auch einen Blick auf den nunmehr historischen Moment 1989.

Mit Arbeiten von Ulrich Hachulla, Karl-Georg Hirsch, Joachim Jansong, Joachim John, Rolf Kuhrt, Werner Liebmann, Gerd Mackensen, Reinhard Minkewitz, Rolf Münzner, Ronald Paris, Volker Pfüller, Otto Sander, Stefan Thomas Wagner, Frank Wahle, Trak Wendisch und Winfried Wolk.

Der Eintritt ist frei.

Eröffnung: 24. März 2019 // 14 Uhr