Die Geschichte

Das Ensemble Schloss Park Biesdorf mit seiner markanten Villa im spätklassizistischen Stil – nach Plänen ­des Architekten Heino Schmieden (1835 – 1913) – und dem anfangs nur vier Hektar großen Park wurde 1867/1868 ­ im Auftrag des Freiherren von Rüxleben errichtet.

Der königliche Gartenbaudirektor Albert Brodersen (1857 – 1930) gestaltet nach 1889 den auf fast 15 Hektar erweiterten Park neu und stattet ihn u.a. ­mit den damals modernsten Sportanlagen aus. Brodersen schafft im Park eine wirkungsvolle Verteilung von Licht und Schatten, modelliert ein abwechslungsreiches Gelände und nutzt klug die Sichtbeziehungen in die Umgebung. Als Blick­-fang dient ihm immer wieder das Schloss mit seinem südländischen Charme. Nach dem Tod Georg Wilhelm von Siemens im Jahr 1919 wird das Schloss in Wohnungen unterteilt und 1920 sogar eine Polizeidienststelle eingerichtet. 1927 erwirbt die Stadt Berlin das Anwesen mit den dazugehörigen ausgedehnten Ländereien und machtees für die Öffentlichkeit zugänglich.

Nach 1933 ziehen die Ortsgruppe der NSDAP und das „Amt für Volkswohlfahrt“ ein. Ein Luftschutzkeller entsteht und im April 1945 wird das schöne Gebäude – vermutlich durch Brandstiftung der Nazis – völlig zerstört; Dach und Decken stürzen ein, Teile der Fassade brechen zusammen. Schon 1946/47 lässt die Rote Armee das Schloss provisorisch reparieren und ein Notdach über dem Erdgeschoss errichten.

Ab 1954 ist das Schloss Biesdorf eine beliebte Freizeit­stätte, 1959 Dorfklub und später Kreiskulturhaus. 1956 eröffnet die kleine Parkbühne. 1979 wird die Anlage endlich unter Denkmalschutz gestellt und ab 1984 beginnt mit der Wiederherstellung des Parks die denkmalpflegerische Rekonstruktion.

Mehr Informationen zur Geschichte des Schlosses finden Sie im Festvortrag der Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle anlässlich der Veranstaltung "150 Jahre Schloss Biesdorf" vom 11. Mai 2018.